Die Getränkeindustrie gehört zu den anspruchsvollsten Branchen, wenn es um den Einsatz von Pumpen geht. Strenge Hygienevorschriften, empfindliche Fördermedien und hohe Produktionsdurchsätze stellen Betreiber vor besondere Herausforderungen. Mit dem Jahr 2026 treten aktualisierte Normen und verschärfte Anforderungen in Kraft, die Hersteller und Abfüller gleichermaßen betreffen. Wer jetzt handelt, sichert nicht nur die Konformität seiner Anlagen, sondern auch die Qualität und Sicherheit seiner Produkte.
Dieser Artikel gibt Betriebsleitern, Einkäufern und Anlagenbauern in der Getränkeproduktion einen strukturierten Überblick über die geltenden Anforderungen, geeignete Pumpentypen sowie praktische Hinweise zu Dokumentation und Wartung.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen für Pumpen in der Getränkeindustrie haben sich in den vergangenen Jahren schrittweise verschärft. Ab 2026 gelten insbesondere aktualisierte Anforderungen aus dem Bereich der Maschinenrichtlinie (jetzt: Maschinenverordnung EU 2023/1230) sowie fortgeschriebene Vorgaben der EHEDG (European Hygienic Engineering and Design Group). Beide Regelwerke betreffen unmittelbar die Konstruktion, Werkstoffe und Reinigbarkeit von Pumpen, die in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion eingesetzt werden.
Parallel dazu bleibt die Einhaltung der EU-Lebensmittelkontaktmaterialverordnung (EG) Nr. 1935/2004 verbindlich. Für Betreiber bedeutet das: Alle produktberührenden Bauteile müssen nachweislich aus lebensmittelechten Werkstoffen bestehen und dürfen keine Stoffe an das Fördermedium abgeben. Ergänzend empfiehlt sich die Berücksichtigung der FDA-Zulassungsstandards, insbesondere wenn Produkte in den nordamerikanischen Markt exportiert werden.
Eine Pumpe für die Getränkeproduktion muss weit mehr leisten als zuverlässig zu fördern. Das Hygienic Design ist eine Grundvoraussetzung, keine Option. EHEDG-konforme Pumpen zeichnen sich durch glatte, totraumfreie Oberflächen aus, die eine vollständige Reinigung ohne Demontage ermöglichen. Rauheitswerte der produktberührenden Flächen liegen dabei typischerweise bei Ra 0,8 µm oder besser.
Edelstahl der Güte 1.4404 (AISI 316L) ist in der Getränkeindustrie der Standard für produktberührende Bauteile. Dichtungswerkstoffe wie EPDM oder PTFE müssen FDA-konform und beständig gegen die eingesetzten Reinigungsmedien sein. Kunststoffbauteile, sofern vorhanden, müssen ebenfalls lebensmittelechten Anforderungen entsprechen und sollten möglichst vermieden werden, wenn aggressive CIP-Medien zum Einsatz kommen.
Cleaning-in-Place (CIP) und Sterilization-in-Place (SIP) sind in modernen Getränkebetrieben Standard. Pumpen müssen so konstruiert sein, dass Reinigungsmedien alle produktberührenden Flächen vollständig benetzen. Toträume, Spalte oder schwer zugängliche Bereiche sind konstruktiv auszuschließen. Die Pumpe CIP-geeignet zu gestalten, ist damit eine Kernkompetenz, die bereits bei der Auswahl geprüft werden sollte.
Nicht jede Pumpenart eignet sich gleichermaßen für den Einsatz in der Getränkeindustrie. Die Wahl hängt vom Fördermedium, der erforderlichen Schonung und den hygienischen Anforderungen ab.
Kreiselpumpen sind für dünnflüssige Medien wie Wasser, Säfte oder Bier weit verbreitet. Sie fördern hohe Volumenströme bei vergleichsweise geringem Druck und lassen sich gut in CIP-Prozesse integrieren. Kreiselpumpen für Lebensmittel sind in hygienischen Ausführungen mit geschliffenen Innenoberflächen erhältlich.
Drehkolbenpumpen sind die bevorzugte Wahl für viskosere Medien wie Fruchtzubereitungen, Joghurt, Sirupe oder Konzentrate. Sie fördern schonend und pulsationsarm, was die Produktstruktur erhält. Gleichzeitig erfüllen sie höchste Hygieneanforderungen und sind für aseptische Anwendungen verfügbar. Für Betriebe mit besonders hohen Hygienestandards, etwa in der Molkerei oder bei der Verarbeitung von Fruchtsaft und Fruchtpüree, ist die Drehkolbenpumpe oft die technisch überlegene Lösung.
Schlauchpumpen (auch Peristaltikpumpen oder Schlauchquetschpumpen genannt) eignen sich besonders für die schonende Förderung empfindlicher Medien sowie für Dosieraufgaben. Da das Fördermedium ausschließlich mit dem Schlauch in Berührung kommt, sind sie hygienisch unkompliziert und leicht zu reinigen. Sie werden häufig in der Getränkeabfüllung und bei der Zutatenförderung eingesetzt.
Membranpumpen kommen vor allem dort zum Einsatz, wo aggressive Reinigungsmedien gefördert oder Leckagefreiheit gefordert wird. Ihre Funktionsweise ohne gleitende Dichtungen macht sie wartungsarm und sicher im Dauerbetrieb.
Mit den aktualisierten Anforderungen ab 2026 steigen auch die Anforderungen an die Dokumentation. Betreiber von Pumpenanlagen in der Getränkeindustrie müssen nachweisen können, dass alle eingesetzten Komponenten den geltenden Normen entsprechen.
Zu den wichtigsten Nachweisdokumenten gehören:
Anlagenbauer und Betreiber sollten diese Unterlagen bereits bei der Bestellung einfordern und systematisch archivieren. Im Falle einer Inspektion durch Lebensmittelbehörden oder Auditoren ist eine vollständige Dokumentation entscheidend. Wer Pumpen für die Lebensmittelindustrie beschafft, sollte darauf bestehen, dass der Hersteller alle relevanten Zertifikate standardmäßig mitliefert.
Regelmäßige Wartung ist in der Getränkeindustrie nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern eine hygienerechtliche Pflicht. Unter den verschärften Vorgaben ab 2026 müssen Betreiber nachweisen, dass Pumpen in festgelegten Intervallen inspiziert und gewartet werden.
Ein strukturierter Wartungsplan sollte mindestens folgende Punkte umfassen:
Besondere Aufmerksamkeit gilt Dichtungen und Elastomerbauteilen, die durch Reinigungschemikalien oder Temperaturwechsel vorzeitig altern können. Ein vorausschauender Austausch dieser Teile verhindert ungeplante Stillstände und schützt die Produktqualität. Für Betreiber empfiehlt sich zudem die Einbindung der Pumpenanlage in ein übergeordnetes Instandhaltungsmanagementsystem, um Wartungsintervalle automatisch zu verfolgen. Weitere Informationen zu unserem Wartungs- und Serviceangebot finden Sie auf unserer Website.
Als spezialisierter Hersteller und Lieferant von Industriepumpen mit über 30 Jahren Erfahrung begleiten wir Betriebe in der Getränkeindustrie von der Pumpenauswahl bis zur Inbetriebnahme. Unser Portfolio umfasst genau die Pumpentypen, die für hygienisch anspruchsvolle Anwendungen geeignet sind, und alle Produkte entsprechen den aktuellen Normen und Zertifizierungsanforderungen.
Was wir konkret anbieten:
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