Eine hygienische Pumpe in der Lebensmittelindustrie funktioniert nach dem Prinzip der totraumfreien, rückstandslosen Förderung: Alle produktberührenden Bauteile sind so gestaltet, dass sich keine Keime, Ablagerungen oder Rückstände festsetzen können. Das gilt sowohl für die Werkstoffwahl als auch für die Konstruktion der Gehäuse, Dichtungen und Förderelemente. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um hygienische Pumpentechnik in der Lebensmittelverarbeitung.
Eine Pumpe für die Lebensmittelindustrie muss in erster Linie hygienisch sicher, chemisch beständig und vollständig reinigbar sein. Sie darf keine gesundheitsgefährdenden Stoffe an das Fördermedium abgeben, muss glatte, totraumfreie Innenoberflächen aufweisen und in der Regel den Anforderungen anerkannter Hygienestandards wie EHEDG oder FDA entsprechen.
Im Einzelnen lassen sich die Kernanforderungen in drei Kategorien unterteilen:
Hinzu kommen branchenspezifische Anforderungen: In der Milchwirtschaft gelten häufig die Vorgaben der 3-A Sanitary Standards, in der Pharmaindustrie kommen GMP-Richtlinien hinzu. Betreiber von Lebensmittelanlagen sind gut beraten, Pumpen zu wählen, die von unabhängigen Stellen wie der EHEDG zertifiziert wurden, denn diese Zertifizierung belegt, dass die hygienische Eignung objektiv geprüft wurde.
Das Hygieneprinzip beschreibt, wie eine Pumpe so konstruiert ist, dass produktberührende Flächen vollständig gereinigt werden können und keine Kontaminationsquellen entstehen. Je nach Pumpentyp wird dieses Prinzip konstruktiv unterschiedlich umgesetzt.
Die Drehkolbenpumpe gilt als eine der hygienisch anspruchsvollsten Lösungen für die Lebensmittelindustrie. Zwei gegenläufige Kolben rotieren berührungslos im Gehäuse und fördern das Medium schonend und pulsationsarm. Das Gehäuse ist vollständig spülbar, und alle Dichtungen lassen sich ohne Spezialwerkzeug tauschen. Drehkolbenpumpen eignen sich besonders für viskose, empfindliche oder stückige Medien wie Joghurt, Fruchtaufstriche oder Soßen.
Hygienische Kreiselpumpen für die Lebensmittelverarbeitung sind mit polierten Innenoberflächen und spaltfreien Gehäusen ausgeführt. Sie eignen sich für dünnflüssige Medien wie Milch, Fruchtsäfte oder Öle. Durch das offene oder halboffene Laufrad entstehen wenige Toträume, was die Reinigung erleichtert. Ihr Einsatz setzt jedoch voraus, dass das Fördermedium nicht scherstressempfindlich ist.
Bei der Schlauchpumpe (auch Peristaltikpumpe oder Schlauchquetschpumpe genannt) berührt das Fördermedium ausschließlich die Innenwand des Schlauchs. Das macht sie konstruktiv besonders hygienisch, da es keine Ventile, Dichtungen oder Laufräder gibt, die kontaminiert werden könnten. Ein Schlauchwechsel ist einfach und schnell durchführbar. Schlauchpumpen werden häufig für dosierempfindliche oder abrasive Lebensmittelmedien eingesetzt.
CIP steht für „Cleaning in Place“ und SIP für „Sterilization in Place“. Eine CIP-fähige Pumpe kann im eingebauten Zustand mit Reinigungsmedien durchspült werden, ohne dass eine Demontage erforderlich ist. SIP-Fähigkeit bedeutet zusätzlich, dass die Pumpe einer Dampfsterilisation bei Temperaturen von typischerweise 121 bis 135 Grad Celsius standhält.
Für Lebensmittelbetriebe mit kontinuierlichem Produktionsbetrieb ist die CIP-Fähigkeit ein entscheidender Faktor, weil sie Stillstandzeiten erheblich reduziert. Anstatt die Pumpe auszubauen, zu reinigen und wieder einzubauen, wird die Reinigungslösung einfach durch die laufende Anlage gepumpt. Voraussetzungen dafür sind:
SIP-Fähigkeit ist insbesondere in der Pharmaindustrie, Biotechnologie und bei aseptischen Abfüllanlagen gefordert. Nicht jede Lebensmittelpumpe ist automatisch SIP-fähig, selbst wenn sie CIP-tauglich ist. Das sollte bei der Auswahl gezielt geprüft werden.
Für den Lebensmittelkontakt zugelassene Pumpenwerkstoffe sind in erster Linie nichtrostender Edelstahl der Güte 1.4404 (AISI 316L), FDA-konforme Elastomere wie EPDM oder PTFE sowie lebensmittelzugelassene Kunststoffe wie PEEK oder Polypropylen. Die Zulassung richtet sich nach den jeweiligen Regularien, insbesondere der EU-Verordnung 1935/2004 und den FDA-Vorschriften aus den USA.
Im Detail gelten folgende Leitlinien:
Wichtig ist, dass nicht nur der Grundwerkstoff, sondern auch Beschichtungen, Schweißnähte und Oberflächenbehandlungen den Hygieneanforderungen genügen. Rauigkeitswerte von Ra 0,8 Mikrometer oder besser gelten in der Lebensmitteltechnik als Richtwert für polierte Oberflächen, die sich sicher reinigen lassen.
Eine aseptische Pumpe ist notwendig, wenn das Fördermedium keimfrei bleiben muss und jede Kontamination mit Mikroorganismen ausgeschlossen werden muss. Das ist der Fall bei sterilen Pharmaprodukten, sterilen Lebensmitteln für Säuglinge, aseptisch abgefüllten Getränken sowie in der Biotechnologie bei der Verarbeitung von Zellkulturen oder Fermentationsprodukten.
Der Unterschied zur hygienischen Pumpe liegt im Anforderungsniveau: Während eine hygienische Pumpe reinigbar und keimarm betrieben werden kann, muss eine aseptische Pumpe dauerhaft sterile Bedingungen gewährleisten. Das erfordert:
Für viele Betriebe in der Lebensmittelverarbeitung reicht eine zertifizierte hygienische Pumpe aus. Aseptische Pumpen sind ein spezialisiertes Segment, das vor allem dann zum Einsatz kommt, wenn regulatorische Vorgaben oder Produkteigenschaften eine vollständige Keimfreiheit zwingend erfordern.
Eine hygienische Pumpe wird durch regelmäßige Inspektion der Dichtungen und Verschleißteile, konsequente Reinigung nach jedem Produktionszyklus sowie den planmäßigen Austausch kritischer Bauteile gewartet. Ziel der Instandhaltung ist es, sowohl die hygienische Integrität als auch die Betriebssicherheit dauerhaft zu erhalten.
Konkret umfasst ein strukturiertes Wartungskonzept folgende Maßnahmen:
Ein häufiger Fehler in der Praxis ist, Wartungsintervalle nur nach Betriebsstunden zu planen und dabei die Reinigungszyklen zu vernachlässigen. Gerade bei Pumpen für die Lebensmittelindustrie gilt: Die hygienische Funktion hängt ebenso von der Reinigungsqualität ab wie von der mechanischen Integrität der Bauteile. Hersteller geben in der Regel empfohlene Wartungsintervalle und zugelassene Reinigungsmittel vor, an die sich Betreiber halten sollten.
Wir bei Steinle Industriepumpen GmbH sind Ihr Ansprechpartner für hygienische und aseptische Pumpenlösungen in der Lebensmittel-, Pharma- und Biotechnologiebranche. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Pumpenentwicklung und -fertigung kennen wir die spezifischen Anforderungen, die in lebensmittelverarbeitenden Betrieben täglich gestellt werden.
Unser Angebot für hygienische Anwendungen umfasst:
Als zertifizierter Pumpenhersteller und exklusiver Vertriebspartner der schwedischen Tapflo-Pumpen in Deutschland bieten wir Ihnen ein breites Spektrum an Lösungen für hygienisch anspruchsvolle Prozesse. Nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf, um gemeinsam die passende Pumpe für Ihre Anwendung zu finden.