Drehkolbenpumpen gehören zu den vielseitigsten Verdrängerpumpen in der industriellen Fördertechnik. Eine Frage, die Betriebsleiter und Ingenieure beim Thema Drehkolbenpumpe regelmäßig beschäftigt, ist die nach der Selbstansaugfähigkeit: Kann diese Pumpenbauart eigenständig Flüssigkeit aus einem tiefer liegenden Behälter ansaugen, ohne zuvor befüllt werden zu müssen? Die Antwort ist grundsätzlich ja, aber wie bei jeder Pumpe hängt die Leistungsfähigkeit von mehreren technischen Rahmenbedingungen ab.
Für Unternehmen, die hygienische Prozessanlagen betreiben oder viskose Medien fördern müssen, ist diese Eigenschaft oft ein entscheidendes Auswahlkriterium. Im Folgenden erfahren Sie, wie die Selbstansaugung bei Drehkolbenpumpen funktioniert, welche Faktoren sie beeinflussen und in welchen Anwendungsbereichen sie besonders vorteilhaft ist.
Drehkolbenpumpen sind konstruktionsbedingt selbstansaugend. Das Grundprinzip beruht auf dem Verdrängerprinzip: Zwei gegenläufig rotierende Kolben, die präzise ineinandergreifen, erzeugen im Einlassbereich ein wachsendes Volumen. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der Flüssigkeit aktiv in den Pumpenkörper zieht, ohne dass eine externe Befüllung erforderlich ist.
Im Gegensatz zu Kreiselpumpen, die auf die Trägheitskraft der Flüssigkeit angewiesen sind und daher in der Regel nicht selbstansaugend arbeiten, erzeugt die Drehkolbenpumpe mechanisch einen definierten Unterdruck. Dieser Mechanismus funktioniert auch bei geringen Flüssigkeitsmengen im Saugrohr und ermöglicht das Ansaugen aus Tiefen von typischerweise bis zu mehreren Metern. Die genaue Ansaughöhe hängt dabei von der Pumpengeometrie, der Drehzahl und dem geförderten Medium ab.
Die Selbstansaugfähigkeit einer Drehkolbenpumpe ist vorhanden, aber nicht unbegrenzt. Mehrere technische und betriebliche Faktoren bestimmen, wie gut die Pumpe unter realen Bedingungen ansaugt.
Dickflüssige Medien wie Sirup, Soßen oder Schlämme können die Ansaugleistung positiv beeinflussen, da sie die Spalte zwischen Kolben und Gehäuse besser abdichten. Bei sehr dünnflüssigen Medien hingegen können interne Leckagen im Pumpenkörper den erzielbaren Unterdruck reduzieren. Die Drehkolbenpumpe ist daher besonders gut für viskose Flüssigkeiten geeignet, was sie in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie so beliebt macht.
Je präziser die Fertigungstoleranzen zwischen den rotierenden Kolben und dem Gehäuse, desto besser der erzeugte Unterdruck. Verschlissene Dichtungen oder erhöhte Spaltmaße durch Materialverschleiß können die Ansaugtiefe spürbar verringern. Regelmäßige Wartung ist daher nicht nur für die Betriebssicherheit, sondern auch für die Erhaltung der Selbstansaugfähigkeit entscheidend.
Auch die Rohrinstallation auf der Saugseite spielt eine wichtige Rolle. Lange Saugleitungen, viele Bögen oder ein zu kleiner Leitungsquerschnitt erhöhen den Strömungswiderstand und begrenzen die erreichbare Ansaughöhe. Kurze, großzügig dimensionierte Saugleitungen mit möglichst wenigen Richtungsänderungen unterstützen die Ansaugleistung optimal.
Die Kombination aus Selbstansaugfähigkeit und schonender Förderung macht die Drehkolbenpumpe zur bevorzugten Wahl in einer Reihe anspruchsvoller industrieller Anwendungen.
In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie wird sie eingesetzt, um empfindliche Produkte wie Fruchtpürees, Joghurt, Soßen oder Pasten direkt aus Behältern zu fördern, ohne dass ein Vorfüllen der Pumpe notwendig ist. Gerade bei der Entleerung von Tanks oder IBC-Containern ist die Selbstansaugung ein praktischer Vorteil, der den Prozessablauf beschleunigt.
In der Pharmazie und Biotechnologie sind ähnliche Anforderungen relevant: Sterile oder aseptische Prozesse erfordern Pumpen, die zuverlässig und rückstandsfrei fördern. Hier ist die Selbstansaugfähigkeit besonders wertvoll, weil sie das Risiko von Lufteinschlüssen und damit verbundenen Kontaminationen minimiert.
Auch in der chemischen Industrie und bei der Förderung aggressiver Medien kommen Drehkolbenpumpen zum Einsatz. Die Möglichkeit, Medien aus geschlossenen Systemen oder Tiefbehältern anzusaugen, ohne Hilfsmittel zu benötigen, vereinfacht die Anlagenplanung erheblich.
Die Entscheidung für eine bestimmte Pumpenbauart hängt immer vom konkreten Anwendungsfall ab. Die Selbstansaugfähigkeit ist ein wichtiges, aber nicht das einzige Kriterium bei der Pumpenauswahl.
Kreiselpumpen sind für dünnflüssige Medien bei hohen Volumenströmen sehr effizient, benötigen aber in der Regel eine gefüllte Saugleitung und sind nicht selbstansaugend. Schlauchpumpen hingegen sind ebenfalls selbstansaugend und besonders schonend für empfindliche Medien, stoßen aber bei sehr hohen Drücken oder abrasiven Feststoffen schneller an ihre Grenzen als Drehkolbenpumpen.
Die Drehkolbenpumpe überzeugt dann, wenn folgende Anforderungen zusammenkommen:
Für dünnflüssige Medien ohne besondere Hygieneanforderungen und bei einfachen Fördersituationen können andere Pumpentypen wirtschaftlicher sein. Die Stärke der Drehkolbenpumpe liegt klar in anspruchsvollen, hygienisch kritischen oder viskositätsvariablen Anwendungen.
Wir bei Steinle Industriepumpen GmbH sind seit über 30 Jahren auf Industriepumpen spezialisiert und beraten Betriebe aus der Lebensmittel-, Pharma-, Biotechnologie- und Chemieindustrie bei der Auswahl der passenden Pumpenlösung. Wenn es um Drehkolbenpumpen geht, bieten wir:
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