Drehkolbenpumpen gelten in vielen Industriebranchen als erste Wahl, wenn es um die schonende und präzise Förderung anspruchsvoller Medien geht. Doch eine Frage stellt sich in der Praxis immer wieder: Können diese Pumpen auch Feststoffe oder feststoffhaltige Medien fördern? Die Antwort ist differenzierter als ein einfaches Ja oder Nein – sie hängt von der Art der Feststoffe, ihrer Konzentration und den Anforderungen des jeweiligen Prozesses ab.
Wer eine Drehkolbenpumpe für hygienische Prozessanlagen auswählt, sollte die technischen Grenzen und Möglichkeiten der Feststoffförderung genau kennen. Dieser Artikel gibt einen praxisnahen Überblick über das, was technisch machbar ist, welche Materialien und Anwendungen sich eignen und wann ein anderer Pumpentyp die bessere Wahl sein kann.
Drehkolbenpumpen arbeiten nach dem Verdrängerprinzip: Zwei gegenläufig rotierende Kolben erzeugen Hohlräume, durch die das Fördermedium schonend und pulsationsarm transportiert wird. Dieses Funktionsprinzip macht sie grundsätzlich geeignet für Medien, die Feststoffanteile enthalten – vorausgesetzt, diese Feststoffe sind weich, verformbar oder ausreichend klein.
Der entscheidende technische Vorteil liegt im großen Spaltmaß zwischen den Kolben und dem Pumpengehäuse. Anders als bei Kreiselpumpen, bei denen feste Partikel schnell zu Verstopfungen oder Beschädigungen führen, bieten Drehkolbenpumpen deutlich mehr Spielraum für den Durchlass von Feststoffen. Typischerweise können Partikelgrößen von einigen Millimetern problemlos gefördert werden – bei entsprechend ausgelegten Modellen auch deutlich größere.
Nicht jeder Feststoff ist gleich gut geeignet. Weiche, kompressible oder pastöse Feststoffe werden von Drehkolbenpumpen besonders gut toleriert. Harte, scharfkantige oder abrasive Partikel hingegen können die Kolben und Dichtungen beschädigen und den Verschleiß erheblich beschleunigen. Entscheidend ist also nicht nur die Größe, sondern auch die Beschaffenheit der Feststoffe im Fördermedium.
In der Praxis werden Drehkolbenpumpen erfolgreich für eine Vielzahl von Medien mit Feststoffanteilen eingesetzt. Besonders bewährt haben sie sich überall dort, wo hygienische Anforderungen mit der Notwendigkeit zur Feststoffförderung zusammentreffen.
Typische Anwendungsbereiche und Fördermedien umfassen:
Besonders in der Lebensmittel- und Pharmabranche überzeugt die Drehkolbenpumpe durch ihre Fähigkeit, empfindliche Feststoffe strukturschonend zu fördern. Fruchtstücke in einem Joghurt oder Gelatinepartikel in einer pharmazeutischen Suspension werden nicht zerquetscht oder zerstört, weil die Förderung druckgesteuert und ohne starke Scherkräfte erfolgt. Diese Eigenschaft ist für Lebensmittelpumpen in hygienischen Prozessanlagen besonders wertvoll.
Wer eine Drehkolbenpumpe regelmäßig mit feststoffhaltigen Medien betreibt, muss dem Thema Verschleiß besondere Aufmerksamkeit widmen. Feststoffe erhöhen die mechanische Belastung auf Kolben, Dichtungen und Gehäuse – je nach Art und Konzentration der Partikel in unterschiedlichem Maß.
Die Wahl der richtigen Werkstoffe ist bei Feststoffbetrieb entscheidend. Für die meisten hygienischen Anwendungen mit weichen Feststoffen sind Kolben aus EPDM oder NBR gut geeignet. Bei abrasiveren Medien empfiehlt sich der Einsatz härterer Elastomere oder beschichteter Kolbenoberflächen. Das Pumpengehäuse aus hochwertigem Edelstahl (1.4404 oder höher) bietet sowohl chemische Beständigkeit als auch mechanische Robustheit.
Im Feststoffbetrieb sollten die Wartungsintervalle kürzer geplant werden als bei reinen Flüssigkeitsanwendungen. Folgende Punkte stehen dabei im Vordergrund:
Gut ausgelegte Drehkolbenpumpen lassen sich vollständig zerlegen und reinigen, was die Wartung erheblich vereinfacht. Die CIP-Fähigkeit (Cleaning in Place) ist dabei ein wichtiges Kriterium, insbesondere in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie.
So vielseitig die Drehkolbenpumpe bei feststoffhaltigen Medien auch ist, es gibt klare Grenzen, die in der Anlagenplanung berücksichtigt werden sollten. Nicht jede Feststoffförderaufgabe lässt sich mit diesem Pumpentyp wirtschaftlich oder technisch sinnvoll lösen.
Kritisch wird es vor allem bei folgenden Bedingungen:
Für stark abrasive oder hochkonzentrierte Feststoffmedien empfiehlt sich die Schlauchpumpe (auch Peristaltikpumpe oder Schlauchquetschpumpe genannt). Sie fördert das Medium ausschließlich durch Kompression eines flexiblen Schlauchs, sodass harte Partikel keinen direkten Kontakt zu empfindlichen Pumpenkomponenten haben. Für dünnflüssige Medien mit geringem Feststoffanteil kann auch eine Kreiselpumpe ausreichend sein, sofern die Partikelgröße und -härte dies zulassen.
Die richtige Pumpenauswahl hängt letztlich von einer genauen Analyse des Fördermediums, der Partikelgröße, der Konzentration und den Prozessanforderungen ab. Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht – entscheidend ist immer das Zusammenspiel aller Parameter.
Als erfahrener Hersteller und Spezialist für industrielle Pumpenlösungen beraten wir Sie gezielt bei der Auswahl der richtigen Pumpe für Ihre spezifische Förderaufgabe. Gerade wenn feststoffhaltige Medien im Spiel sind, kommt es auf technische Detailkenntnis und Erfahrung aus der Praxis an.
Wir unterstützen Sie konkret mit:
Ob Drehkolbenpumpe, Schlauchpumpe oder ein anderes System aus unserem Portfolio – wir finden gemeinsam mit Ihnen die passende Lösung. Nehmen Sie Kontakt auf und schildern Sie uns Ihre Förderaufgabe. Wir melden uns schnell und unkompliziert zurück.