Die Fördermenge einer Pumpe bezeichnet das Volumen an Flüssigkeit, das eine Pumpe pro Zeiteinheit transportiert. Sie wird üblicherweise in Litern pro Minute (l/min), Kubikmetern pro Stunde (m³/h) oder, bei sehr kleinen Mengen, in Litern pro Stunde (l/h) angegeben. Die Fördermenge ist einer der wichtigsten Kennwerte bei der Auswahl einer Industriepumpe, da sie direkt bestimmt, ob eine Pumpe für den jeweiligen Prozess geeignet ist. Die folgenden Abschnitte beantworten die häufigsten Fragen rund um Fördermenge, Berechnung und Pumpenauswahl.
Die Fördermenge einer Pumpe wird gemessen, indem das geförderte Flüssigkeitsvolumen über eine definierte Zeitspanne erfasst wird. In der Praxis kommen dafür Durchflussmessgeräte wie magnetisch-induktive Durchflussmesser, Ultraschall-Durchflusssensoren oder mechanische Zählwerke zum Einsatz. Das Ergebnis wird als Volumenstrom angegeben, typischerweise in m³/h oder l/min.
Wichtig ist, dass die Messung unter realen Betriebsbedingungen stattfindet, also mit dem tatsächlichen Fördermedium, bei der vorgesehenen Temperatur und gegen den tatsächlichen Gegendruck der Anlage. Labormessungen mit Wasser liefern Richtwerte, können aber vom Verhalten viskoser oder abrasiver Medien erheblich abweichen. Hersteller geben die Fördermenge daher häufig als Kennlinie an, die den Zusammenhang zwischen Fördermenge und Förderhöhe bei verschiedenen Betriebspunkten darstellt.
Die Fördermenge einer Pumpe wird von mehreren Faktoren beeinflusst: der Viskosität und Dichte des Fördermediums, dem Gegendruck in der Rohrleitung, der Drehzahl oder dem Antriebsdruck der Pumpe sowie dem Zustand von Verschleißteilen wie Membranen, Schläuchen oder Dichtungen. Schon kleine Veränderungen an einem dieser Parameter können die tatsächliche Fördermenge spürbar verändern.
Für eine zuverlässige Auslegung sollte die Pumpe daher immer auf Basis der tatsächlichen Betriebsbedingungen ausgewählt werden, nicht allein anhand von Katalogwerten.
Fördermenge und Förderhöhe sind zwei unterschiedliche, aber eng miteinander verknüpfte Kenngrößen einer Pumpe. Die Fördermenge beschreibt, wie viel Volumen pro Zeit transportiert wird. Die Förderhöhe beschreibt, gegen welchen Druck oder über welche Höhe das Medium gefördert wird. Beide Werte stehen in einem umgekehrten Verhältnis zueinander: Steigt die Förderhöhe, sinkt in der Regel die Fördermenge.
Diesen Zusammenhang stellt die Pumpenkennlinie grafisch dar. Sie zeigt, bei welchem Betriebspunkt eine Pumpe optimal arbeitet. Für die Auslegung einer Anlage müssen beide Werte bekannt sein, da eine Pumpe mit hoher Fördermenge bei niedrigem Druck für eine Hochdruckanwendung ungeeignet sein kann, auch wenn der Volumenstrom auf dem Papier ausreicht.
Kurz gesagt: Die Fördermenge beantwortet die Frage „Wie viel?“, die Förderhöhe beantwortet die Frage „Wie weit oder wie hoch?“.
Die benötigte Fördermenge für eine Anlage berechnet man, indem man den erforderlichen Volumenstrom aus dem Prozessbedarf ableitet. Die Grundformel lautet: Q = V / t, wobei Q die Fördermenge (in m³/h oder l/min), V das zu fördernde Volumen und t die dafür zur Verfügung stehende Zeit ist.
In der Praxis sind folgende Schritte hilfreich:
Bei der Fördermengenberechnung sollte außerdem bedacht werden, ob der Durchfluss kontinuierlich oder diskontinuierlich erfolgt, da Schlauchpumpen und Membranpumpen beispielsweise pulsierend fördern, was bei empfindlichen Prozessen berücksichtigt werden muss.
Für hohe Fördermengen eignen sich vor allem Kreiselpumpen, da sie konstruktionsbedingt sehr hohe Volumenströme bei vergleichsweise niedrigem Gegendruck ermöglichen. Für mittlere bis hohe Fördermengen in anspruchsvolleren Anwendungen kommen auch Drehkolbenpumpen und Schlauchpumpen (in manchen Regionen auch Peristaltikpumpen oder Schlauchquetschpumpen genannt) infrage, die gleichzeitig schonend und präzise fördern.
Die Wahl des richtigen Pumpentyps hängt immer vom Fördermedium, dem erforderlichen Druck und den hygienischen Anforderungen ab. Hohe Fördermenge allein ist kein ausreichendes Auswahlkriterium.
Ja, die Fördermenge einer Pumpe kann in vielen Fällen nachträglich angepasst werden. Die gängigsten Methoden sind die Drehzahlregelung über einen Frequenzumrichter bei elektrisch angetriebenen Pumpen sowie die Regulierung des Antriebsluftdrucks bei Druckluftmembranpumpen. Beide Methoden ermöglichen eine stufenlose Anpassung des Durchflusses an den tatsächlichen Bedarf.
Weitere Möglichkeiten zur Anpassung der Fördermenge einer Industriepumpe sind:
Bei der Planung einer Anlage empfiehlt es sich, von Anfang an eine regelbare Pumpe einzuplanen, wenn der Durchfluss schwankt oder prozessabhängig angepasst werden muss. Eine nachträgliche Anpassung ist zwar technisch möglich, aber oft aufwendiger und weniger effizient als eine vorausschauende Auslegung.
Die richtige Fördermenge zu bestimmen und die passende Pumpe auszuwählen, ist in der industriellen Praxis selten trivial. Wir bei Steinle Industriepumpen unterstützen Sie dabei mit technischer Kompetenz und langjähriger Erfahrung aus über 30 Jahren in der Pumpenbranche. Unser Angebot umfasst:
Ob Sie eine Neuanlage planen oder eine bestehende Anlage optimieren möchten: Sprechen Sie uns an. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und schildern Sie uns Ihre Anforderungen. Wir finden gemeinsam die Pumpe, die zu Ihrem Prozess passt.