Für die präzise Dosierung pharmazeutischer Flüssigkeiten eignet sich am besten die Drehkolbenpumpe, insbesondere in hygienisch kritischen oder sterilen Prozessen. Alternativ bietet die Schlauchpumpe Vorteile, wenn das Medium keinen Kontakt mit Pumpenkomponenten haben darf. Welcher Pumpentyp konkret passt, hängt von Viskosität, Reinheitsanforderungen, Durchflussmengen und Validierbarkeit ab. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Dosierpumpen in der Pharmaindustrie.
Eine Pumpe für pharmazeutische Dosieraufgaben muss reproduzierbar, kontaminationsfrei und vollständig reinigbar sein. Die Fördergenauigkeit muss auch bei wechselnden Viskositäten konstant bleiben, und alle produktberührenden Teile müssen nachweislich chemisch inert sowie rückstandsfrei zu reinigen sein.
Konkret bedeutet das für den Betrieb:
Diese Anforderungen schließen viele Standardpumpen von vornherein aus. Für pharmazeutische und kosmetische Anwendungen kommen deshalb nur speziell ausgelegte Pumpentypen mit entsprechenden Werkstoffen und Zertifizierungen in Betracht.
Die Drehkolbenpumpe gehört zu den präzisesten Verdrängerpumpen überhaupt. Sie fördert das Medium in definierten, gleichmäßigen Volumenschritten und erreicht Dosiergenauigkeiten von typischerweise unter einem Prozent Abweichung, selbst bei hochviskosen oder schersensiblen Medien.
Im Vergleich zu anderen Pumpentypen zeigen sich klare Unterschiede:
Für anspruchsvolle Dosieranwendungen mit wechselnden Medien oder engen Toleranzen ist die Drehkolbenpumpe deshalb in der Pharmaindustrie der bevorzugte Pumpentyp.
Eine Schlauchpumpe, auch Peristaltikpumpe oder Schlauchquetschpumpe genannt, ist die bessere Wahl, wenn das Fördermedium ausschließlich mit dem Schlauchinneren in Kontakt kommen darf. Das Prinzip der Peristaltik sorgt dafür, dass keine Pumpenkomponenten das Medium berühren, was Kontamination ausschließt.
Typische Einsatzfälle in der Pharmaindustrie:
Der Nachteil der Schlauchpumpe bei der Dosierung liegt in der Materialermüdung des Schlauchs über die Zeit, die regelmäßige Kontrolle und regelmäßigen Austausch erfordert. Für sehr hohe Drücke oder große Volumenströme ist die Drehkolbenpumpe in der Regel überlegen.
Eine Aseptik-Baureihe bezeichnet eine Pumpenreihe, die speziell für sterile Prozesse ausgelegt ist. Das bedeutet: Alle produktberührenden Oberflächen sind poliert, totraumfrei konstruiert und aus Werkstoffen gefertigt, die keine Reaktion mit dem Medium eingehen. Die Pumpen sind für Sterilisation mit Dampf (SIP) und automatisierte Reinigung (CIP) ausgelegt.
Im Unterschied zu Standard-Industriepumpen erfüllen Pumpen einer Aseptik-Baureihe folgende Kriterien:
Aseptik-Baureihen kommen vor allem in der Pharmazie, Biotechnologie und Lebensmittelindustrie zum Einsatz, wo gesetzliche Vorschriften und Produktsicherheit höchste Reinheitsanforderungen verlangen.
Für Dosierpumpen in der Pharmaindustrie sind produktberührende Teile aus Edelstahl 1.4404 (316L) oder gleichwertigen Legierungen Standard. Dichtungen bestehen aus FDA-konformen Materialien wie PTFE, EPDM oder FFKM. Zusätzlich sind Nachweise über Werkstoffzertifikate und Konformität mit geltenden Regelwerken erforderlich.
Relevante Normen und Zertifizierungen im Überblick:
Für den Einsatz in validierten Prozessen sind darüber hinaus Konformitätserklärungen, Rückverfolgbarkeit aller Materialien und vollständige Dokumentationspakete (Design Qualification, Installation Qualification) erforderlich.
Eine Dosierpumpe für pharmazeutische Anwendungen wird nach einem festgelegten Wartungsplan gewartet und durchläuft vor Inbetriebnahme einen strukturierten Validierungsprozess. Wartung und Validierung sind gleichwertige Bestandteile eines GMP-konformen Betriebs und müssen vollständig dokumentiert sein.
Die Wartungsintervalle richten sich nach Betriebsstunden, Mediumseigenschaften und Herstellervorgaben. Typische Wartungsschritte umfassen:
Die Validierung einer Dosierpumpe in der Pharmaproduktion erfolgt in mehreren Phasen: Design Qualification (DQ), Installation Qualification (IQ), Operational Qualification (OQ) und Performance Qualification (PQ). Jede Phase prüft, ob die Pumpe die definierten Anforderungen unter realen Betriebsbedingungen zuverlässig erfüllt. Abweichungen werden dokumentiert und bewertet. Eine regelmäßige Revalidierung stellt sicher, dass die Pumpe auch nach Wartungseingriffen oder Änderungen weiterhin den Spezifikationen entspricht.
Wir bei Steinle Industriepumpen bieten speziell für die Pharmaindustrie ausgelegte Pumpenlösungen, die höchste Anforderungen an Reinheit, Präzision und Dokumentierbarkeit erfüllen. Unser Produktportfolio umfasst Drehkolbenpumpen mit Aseptik-Baureihe sowie Schlauchpumpen für sensible Fördermedien, alle ausgelegt für den Einsatz in validierten Prozessen.
Was wir konkret anbieten:
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