Verunreinigungen beim Fördern pharmazeutischer Produkte lassen sich durch den Einsatz geeigneter Pumpentypen, materialgerechter Konstruktion und validierter Reinigungs- sowie Sterilisationsverfahren zuverlässig verhindern. Entscheidend ist, dass jede Komponente im Kontakt mit dem Fördermedium den strengen Anforderungen der GMP-Richtlinien entspricht. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um kontaminationsfreie Förderung in der Pharmaindustrie.
Beim Fördern pharmazeutischer Medien entstehen Verunreinigungen vor allem durch ungeeignete Werkstoffe, Toträume im Pumpensystem, biologisches Wachstum in schwer reinigbaren Bereichen sowie durch Partikelabrieb beweglicher Bauteile. Jede dieser Quellen kann die Produktqualität beeinträchtigen und regulatorische Anforderungen verletzen.
In der Praxis lassen sich die häufigsten Kontaminationsquellen in drei Kategorien einteilen:
Gerade in der sterilen Förderung ist die Konstruktion der Pumpe entscheidend: totraumfreie, glattflächige Innenräume ohne Hinterschneidungen sind eine Grundvoraussetzung für kontaminationsarmes Arbeiten.
Für hygienisch kritische Anwendungen in der Pharmaindustrie eignen sich vor allem Drehkolbenpumpen und Schlauchpumpen, da beide Typen totraumarme Konstruktionen ermöglichen, schonend fördern und sich vollständig reinigen sowie sterilisieren lassen. Drehkolbenpumpen gelten dabei als erste Wahl für anspruchsvolle pharmazeutische Prozesse.
Die Drehkolbenpumpe für Pharma und Kosmetik überzeugt durch ihre kontaktarme Förderweise: Die Rotoren berühren sich nicht direkt, was Produktschäden und Partikelabrieb minimiert. Gleichzeitig lassen sich alle produktberührenden Teile schnell demontieren, reinigen und sterilisieren. Für sterile Anwendungen steht zudem eine speziell entwickelte Aseptik-Baureihe zur Verfügung.
Schlauchpumpen, in manchen Regionen auch als Peristaltikpumpen oder Schlauchquetschpumpen bekannt, bieten den Vorteil, dass das Fördermedium ausschließlich mit dem Schlauchinneren in Kontakt kommt. Das macht sie besonders dort interessant, wo Kontamination durch Pumpengehäuse oder Dichtungen ausgeschlossen werden muss. Kreiselpumpen hingegen eignen sich für dünnflüssige, nicht schersensible Medien, stoßen aber bei viskosen oder partikelbeladenen pharmazeutischen Produkten schnell an ihre Grenzen.
CIP steht für „Cleaning in Place“ und SIP für „Sterilization in Place“. Beide Verfahren ermöglichen es, Pumpen ohne vollständige Demontage zu reinigen und zu sterilisieren, was die Kontaminationsrisiken durch Öffnen und Wiederzusammenbau erheblich reduziert und gleichzeitig den Produktionsstopp minimiert.
Beim CIP-Verfahren wird eine Reinigungslösung durch die geschlossene Anlage gespült, die Rückstände, Biofilme und Keime entfernt. SIP geht einen Schritt weiter: Heißdampf oder Heißwasser wird durch das System geleitet, um Mikroorganismen abzutöten und sterile Bedingungen herzustellen. Für GMP-konforme Pumpen sind beide Verfahren unverzichtbar.
Damit CIP und SIP wirksam funktionieren, muss die Pumpe bestimmte konstruktive Voraussetzungen erfüllen:
Pharmazeutische Pumpen müssen aus Werkstoffen bestehen, die chemisch inert, korrosionsbeständig, abriebfest und für den Lebensmittel- und Arzneimittelkontakt zugelassen sind. Der Standard ist hochwertiger Edelstahl (typischerweise 1.4404 / AISI 316L) für metallische Teile sowie FDA-konforme Elastomere für Dichtungen und flexible Bauteile.
Die Materialanforderungen lassen sich in zwei Bereiche unterteilen:
Edelstahl 1.4404 ist das bevorzugte Material für produktberührende Metallflächen. Er ist säurebeständig, leicht zu reinigen und erfüllt die Anforderungen der EU-Lebensmittelkontaktmaterialverordnung sowie der US-amerikanischen FDA-Richtlinien. Oberflächen sollten elektrolytisch poliert sein, um eine Rauheit von Ra 0,8 µm oder weniger zu erreichen und Biofilmbildung zu verhindern.
Dichtungen aus EPDM, PTFE oder Silikon sind typische Werkstoffe für pharmazeutische Anwendungen. Entscheidend ist, dass sie keine Weichmacher oder andere Substanzen abgeben, die das Fördermedium kontaminieren könnten. Für aggressive Medien oder besonders hohe Reinheitsanforderungen empfiehlt sich PTFE, das chemisch nahezu universell beständig ist.
Eine Aseptik-Pumpe verhindert Kreuzkontamination zwischen Chargen durch ihre totraumfreie Konstruktion, die vollständige CIP- und SIP-Fähigkeit sowie durch sterile Dichtungskonzepte, die verhindern, dass Medienreste aus einem Produktionslauf in den nächsten gelangen. Aseptische Pumpen sind speziell für den Einsatz unter sterilen Bedingungen ausgelegt.
Der zentrale Unterschied zu einer Standardpumpe liegt in der Abdichtung: Aseptik-Pumpen verwenden häufig sterile Wellendurchführungen oder doppelte mechanische Dichtungen mit Sperrflüssigkeit, die sicherstellen, dass kein Keimeintrag von außen und kein Produktaustrag nach außen stattfindet. Alle innenliegenden Flächen sind so gestaltet, dass Reinigungsmedien jeden Bereich vollständig erreichen.
Für Betreiber in der Biotechnologie oder Pharmaindustrie bedeutet das in der Praxis: Nach jeder Charge kann die Pumpe ohne Demontage validiert gereinigt und sterilisiert werden, was den Nachweis der Chargenreinheit gegenüber Behörden wie der EMA oder FDA erheblich vereinfacht.
Eine Pumpe im Pharmabereich sollte gewartet werden, sobald messbare Leistungsabfälle, veränderte Fördermengen, ungewöhnliche Geräusche oder Leckagen auftreten. Im Rahmen eines GMP-konformen Wartungsplans sind darüber hinaus präventive Inspektionen in festen Intervallen vorgeschrieben, unabhängig vom Betriebszustand der Pumpe.
Konkrete Hinweise auf Wartungs- oder Ersatzbedarf sind:
Im pharmazeutischen Umfeld ist ein reaktives Wartungskonzept nicht ausreichend. Ein ungeplanter Ausfall kann eine gesamte Charge gefährden und regulatorische Konsequenzen nach sich ziehen. Präventive Wartung und lückenlose Dokumentation sind daher integraler Bestandteil eines GMP-konformen Betriebs.
Wir bei Steinle Industriepumpen sind spezialisiert auf hygienische und aseptische Pumpenlösungen für die Pharmaindustrie, Biotechnologie und Lebensmittelproduktion. Unser Portfolio umfasst genau die Pumpentypen, die für kontaminationsfreie Förderung ausgelegt sind:
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