Empfindliche Feststoffe in Lebensmitteln zu fördern, ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Ob ganze Früchte in Konfitüren, Fleischstücke in Fertiggerichten, Nüsse in Schokoladenmassen oder Gemüsewürfel in Suppen: Das Fördergut muss am Ende des Prozesses noch genauso aussehen wie am Anfang. Die Wahl der richtigen Förderpumpe für Lebensmittel entscheidet dabei maßgeblich über Produktqualität, Ausschussrate und letztlich über die Wirtschaftlichkeit des gesamten Prozesses.
Viele Betriebe unterschätzen, welchen Einfluss die Pumpenauswahl auf die Produktstruktur hat. Wer einmal erlebt hat, wie ein Kreiselpumpenrad Erdbeerstücke in Fruchtmus verwandelt, versteht sofort, warum das Thema schonende Förderung in der Lebensmittelverarbeitung so viel Aufmerksamkeit verdient. Im Folgenden erklären wir, welche Pumpentypen für diese Aufgabe geeignet sind, worauf bei der Auswahl zu achten ist und wie sich hygienische Anforderungen in der Praxis erfüllen lassen.
Konventionelle Kreiselpumpen arbeiten nach dem Prinzip der hydrodynamischen Förderung: Ein rotierendes Laufrad beschleunigt die Flüssigkeit durch Fliehkraft. Das funktioniert bei homogenen, dünnflüssigen Medien sehr effizient. Sobald jedoch Feststoffanteile im Fördergut vorhanden sind, entsteht ein Problem. Die hohen Strömungsgeschwindigkeiten, Turbulenzen und mechanischen Scherkräfte im Laufradbereich zerkleinern empfindliche Partikel zuverlässig.
Besonders kritisch sind drei Faktoren bei herkömmlichen Pumpenkonzepten:
Für die schonende Förderung empfindlicher Medien braucht es daher Pumpenkonzepte, die auf einem grundlegend anderen Wirkprinzip basieren. Verdrängerpumpen, zu denen Schlauchpumpen und Drehkolbenpumpen gehören, bieten hier entscheidende Vorteile, weil sie das Medium durch Volumenverdrängung bewegen, ohne es starken Turbulenzen auszusetzen.
Beide Pumpentypen eignen sich grundsätzlich für die schonende Förderung von Lebensmitteln mit Feststoffanteilen, unterscheiden sich aber in Funktionsprinzip, Einsatzbereich und Handhabung deutlich voneinander.
Die Schlauchpumpe, im süddeutschen Raum auch als Peristaltikpumpe oder Schlauchquetschpumpe bekannt, arbeitet vollständig kontaktfrei. Rotierende Rollen oder Schuhe quetschen einen flexiblen Schlauch ab und drücken das Medium vorwärts. Das Fördergut berührt dabei ausschließlich die Schlauchinnenseite, was die Reinigung erheblich vereinfacht und Kontaminationsrisiken minimiert.
Besonders geeignet ist die Schlauchpumpe für Lebensmittel bei hohem Feststoffanteil, bei abrasiven Medien oder dort, wo eine sehr präzise Dosierung gefragt ist. Nachteilig ist die begrenzte Lebensdauer des Schlauchs als Verschleißteil, der regelmäßig geprüft und ausgetauscht werden muss.
Die Drehkolbenpumpe arbeitet mit zwei synchron rotierenden Kolben, die das Medium schonend durch das Pumpengehäuse transportieren. Sie eignet sich besonders für viskose Lebensmittel wie Honig, Soßen, Pasten oder Joghurt, aber auch für Produkte mit empfindlichen Feststoffanteilen. Drehkolbenpumpen in Hygienic-Design-Ausführung erfüllen die Anforderungen nach EHEDG und lassen sich vollständig CIP-reinigen, was sie zur bevorzugten Wahl in der Molkerei, der Fleischverarbeitung und der Pharmazie macht.
Im direkten Vergleich lässt sich festhalten: Die Schlauchpumpe punktet bei maximaler Produktschonung und einfacher Reinigung, die Drehkolbenpumpe bei höheren Drücken, größeren Fördermengen und anspruchsvollen hygienischen Anforderungen. Beide Typen sind der Kreiselpumpe bei scherempfindlichen Produkten klar überlegen.
Die Pumpenauswahl für die Lebensmittelproduktion hängt von mehreren technischen und regulatorischen Faktoren ab, die gemeinsam betrachtet werden müssen.
Ein häufig unterschätzter Aspekt ist die Kompatibilität der verwendeten Dichtungswerkstoffe mit dem Fördergut. Gerade bei säurehaltigen Lebensmitteln, Alkohol oder Fetten können ungeeignete Elastomere quellen oder Rückstände abgeben, was zu Produktkontaminationen führt.
Die Bandbreite der Einsatzgebiete für schonende Förderpumpen in der Lebensmittelindustrie ist groß. Jede Anwendung stellt dabei spezifische Anforderungen an den Pumpentyp.
Gemeinsam ist allen diesen Anwendungen, dass ein Produktionsausfall durch eine defekte oder falsch dimensionierte Pumpe erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen hat. Die richtige Pumpenauswahl ist daher nicht nur eine technische, sondern auch eine betriebswirtschaftliche Entscheidung.
Auch die beste Pumpe liefert nur dann zuverlässige Ergebnisse, wenn sie regelmäßig gewartet und korrekt gereinigt wird. Gerade in der Lebensmittelproduktion sind Reinigungsintervalle und -verfahren gesetzlich geregelt und werden durch Audits überprüft.
Bei Schlauchpumpen steht der Schlauch als zentrales Verschleißteil im Mittelpunkt der Wartung. Er sollte regelmäßig auf Risse, Verformungen oder Ablösungen der Innenschicht kontrolliert werden. Ein vorausschauender Austausch nach definierten Betriebsstunden verhindert ungeplante Produktionsstopps. Die Außenreinigung des Gehäuses ist unkompliziert, da das Medium keinen Kontakt mit der Mechanik hat.
Drehkolbenpumpen in Hygienic-Design-Ausführung sind für die CIP-Reinigung ausgelegt. Dabei wird die Pumpe ohne Demontage mit Reinigungsmedien gespült, was Zeit spart und das Kontaminationsrisiko durch unsachgemäßen Zusammenbau eliminiert. Dennoch sollten regelmäßige Inspektionen der Dichtungen und Kolben eingeplant werden, da diese Teile einem natürlichen Verschleiß unterliegen.
Ein strukturierter Wartungsplan für Industriepumpen mit festgelegten Prüfintervallen, dokumentierten Inspektionsergebnissen und einem Vorrat an kritischen Ersatzteilen ist die Grundlage für einen störungsfreien Betrieb. Wer hier vorausschauend plant, vermeidet ungeplante Stillstände und verlängert die Lebensdauer seiner Pumpen erheblich.
Wir bei Steinle Industriepumpen GmbH sind seit über 30 Jahren auf Industriepumpen für anspruchsvolle Anwendungen spezialisiert und kennen die besonderen Anforderungen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie aus der Praxis. Für die schonende Förderung empfindlicher Feststoffe bieten wir konkrete Lösungen:
Sprechen Sie uns an, wenn Sie eine Pumpe für die Lebensmittelproduktion suchen oder Ihre bestehende Pumpenanlage optimieren möchten. Nehmen Sie Kontakt auf und wir finden gemeinsam die passende Lösung für Ihre Anforderungen.