Kosmetikprodukte lassen sich hygienisch fördern, indem speziell für hygienische Anwendungen ausgelegte Pumpentypen eingesetzt werden, insbesondere Drehkolbenpumpen und Schlauchpumpen. Diese Pumpen sind so konstruiert, dass sie empfindliche Emulsionen, Cremes und Lotionen schonend transportieren, ohne das Produkt zu schädigen oder zu kontaminieren. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um hygienische Förderpumpen in der Kosmetikindustrie.
Für das hygienische Fördern von Kosmetikprodukten eignen sich vor allem Drehkolbenpumpen, Schlauchpumpen (auch Peristaltikpumpen oder Schlauchquetschpumpen genannt) sowie Exzenterschneckenpumpen. Diese Pumpentypen arbeiten schonend, sind reinigungsfreundlich konstruiert und lassen sich für den Kontakt mit kosmetischen Medien entsprechend ausstatten.
Die Auswahl des richtigen Pumpentyps hängt von mehreren Faktoren ab: der Viskosität des Mediums, den Hygieneanforderungen, der gewünschten Dosiergenauigkeit und dem Produktionsvolumen. Dünnflüssige Medien wie Mizellenwasser oder Tonikum lassen sich mit Kreiselpumpen fördern, solange keine besonderen Hygieneanforderungen bestehen. Für dickflüssige Cremes, Gele oder Shampoos hingegen sind Verdrängerpumpen wie Drehkolben- oder Schlauchpumpen die deutlich bessere Wahl. Entscheidend ist zudem, dass alle produktberührenden Teile aus lebensmittel- oder kosmetiktauglichen Werkstoffen bestehen, in der Regel aus Edelstahl 1.4404 oder FDA-zugelassenen Elastomeren.
Drehkolbenpumpen sind für Kosmetikanwendungen besonders geeignet, weil sie Medien pulsationsarm, scherkraftschonend und mit hoher Dosiergenauigkeit fördern. Die rotierende Verdrängung durch zwei gegenläufige Kolben schützt empfindliche Produktstrukturen wie Emulsionen oder Suspensionen vor mechanischer Beschädigung.
Gerade in der Kosmetikindustrie kommt es darauf an, dass Produkte ihre Konsistenz und Homogenität behalten. Cremes und Lotionen enthalten häufig feine Partikel, Pigmente oder empfindliche Wirkstoffe, die durch zu hohe Scherkräfte zerstört werden können. Drehkolbenpumpen erzeugen im Vergleich zu Kreiselpumpen deutlich geringere Scherkräfte und eignen sich daher auch für strukturviskose Medien.
Ein weiterer Vorteil ist die einfache Reinigbarkeit: Drehkolbenpumpen lassen sich in der Regel vollständig zerlegen, und alle produktberührenden Teile können gründlich gereinigt oder sterilisiert werden. Hygienische Pumpen für Kosmetik und Pharma sind heute in Aseptik-Ausführungen erhältlich, die speziell für sterile oder keimarm zu haltende Prozesse entwickelt wurden. Diese Baureihen erfüllen die Anforderungen der relevanten Hygienenormen und sind daher auch für die Herstellung von Naturkosmetik oder zertifizierten Produkten geeignet.
Pumpen in der Kosmetikindustrie müssen die Anforderungen der EHEDG-Richtlinien (European Hygienic Engineering and Design Group) sowie der einschlägigen GMP-Vorgaben (Good Manufacturing Practice) erfüllen. Produktberührende Teile müssen aus korrosionsbeständigen, nicht reaktiven Materialien bestehen und dürfen keine schwer zugänglichen Toträume aufweisen.
Im Einzelnen bedeutet das für die Pumpenkonstruktion:
Darüber hinaus spielt die Rückverfolgbarkeit eine wichtige Rolle: In der kosmetischen Produktion müssen Chargen dokumentiert werden, was eine präzise, reproduzierbare Förderleistung der eingesetzten Pumpen voraussetzt. Pumpen, die diesen Standards entsprechen, sind in der Regel auch für den Einsatz in der Pharmaindustrie und der Lebensmittelproduktion geeignet.
CIP steht für „Cleaning in Place“ und bezeichnet ein Reinigungsverfahren, bei dem die Pumpe ohne Demontage direkt im eingebauten Zustand gespült und gereinigt wird. Eine CIP-fähige Pumpe ermöglicht es, Reinigungsmedien durch das gesamte Pumpensystem zu leiten, ohne den Produktionsprozess durch Zerlegen und Wiederaufbauen zu unterbrechen.
Für die Kosmetikproduktion ist CIP-Fähigkeit ein erheblicher Effizienzfaktor. Produktwechsel zwischen verschiedenen Chargen oder Formulierungen erfordern eine gründliche Reinigung der gesamten Förderanlage. Wenn die Pumpe dabei nicht ausgebaut werden muss, spart das Zeit, reduziert das Kontaminationsrisiko durch unsachgemäßen Zusammenbau und verringert den Verschleiß durch häufige Demontage.
Damit eine Pumpe CIP-tauglich ist, muss sie bestimmte konstruktive Voraussetzungen erfüllen: keine Toträume, ausreichende Druckbeständigkeit für Reinigungsmedien, kompatible Dichtungswerkstoffe und eine Geometrie, die eine vollständige Durchspülung aller Bereiche gewährleistet. Ergänzend dazu gibt es das SIP-Verfahren (Sterilization in Place), bei dem Dampf oder Heißwasser zur Sterilisation eingesetzt wird, relevant für Produkte mit sehr hohen Keimfreiheitsanforderungen.
Hochviskose Kosmetikmedien wie Körperbutter, Haarmasken oder Zahncreme lassen sich zuverlässig dosieren, indem Verdrängerpumpen eingesetzt werden, die unabhängig von der Viskosität des Mediums einen konstanten Volumenstrom erzeugen. Drehkolbenpumpen und Schlauchpumpen sind hierfür die am häufigsten verwendeten Lösungen.
Bei hochviskosen Medien stellen Kreiselpumpen keine geeignete Option dar, da ihr Förderstrom stark von der Viskosität abhängt und mit zunehmender Dicke des Mediums stark abnimmt. Verdrängerpumpen hingegen arbeiten nach dem Prinzip der positiven Verdrängung: Eine definierte Menge Medium wird pro Umdrehung gefördert, unabhängig davon, wie dickflüssig das Produkt ist.
Schlauchpumpen, in Süddeutschland auch als Peristaltikpumpen oder Schlauchquetschpumpen bekannt, eignen sich besonders für abrasive oder partikelhaltige Kosmetikmedien. Das Medium kommt ausschließlich mit dem Schlauchinneren in Berührung, was die Reinigung vereinfacht und das Kontaminationsrisiko minimiert. Der Schlauch lässt sich bei Verschleiß schnell und ohne Spezialwerkzeug wechseln.
Drehkolbenpumpen bieten bei hochviskosen Medien eine besonders hohe Dosiergenauigkeit. Durch die Anpassung der Drehzahl lässt sich der Volumenstrom stufenlos regeln, was eine präzise Befüllung von Gebinden oder die genaue Dosierung in Abfüllanlagen ermöglicht. Für strukturviskose Medien, die unter Scherkraft dünnflüssiger werden, ist die schonende Förderweise der Drehkolbenpumpe ein entscheidender Vorteil.
Eine ATEX-zertifizierte Pumpe ist in der Kosmetikbranche notwendig, wenn brennbare oder leicht entzündliche Stoffe gefördert werden und dabei explosionsgefährdete Bereiche (Ex-Zonen) entstehen können. Das betrifft vor allem alkoholhaltige Produkte wie Parfums, Haarsprays, Desinfektionsmittel oder Nagellackentferner.
Die ATEX-Richtlinie (2014/34/EU) schreibt vor, dass in Ex-Zonen ausschließlich Betriebsmittel eingesetzt werden dürfen, die für den jeweiligen Zonentyp zugelassen sind. Bei Pumpen bedeutet das: Elektromotoren müssen explosionsgeschützt ausgeführt sein, und alle Komponenten müssen so konstruiert sein, dass sie keine Zündquellen darstellen.
Für pneumatisch betriebene Druckluftmembranpumpen entfällt die elektrische Zündgefahr grundsätzlich, da kein Elektromotor vorhanden ist. Dennoch müssen auch diese Pumpen in Ex-Bereichen entsprechend zertifiziert sein, da elektrostatische Aufladung eine Zündquelle darstellen kann. Ob eine ATEX-Pumpe erforderlich ist, hängt von der Gefährdungsbeurteilung des jeweiligen Betreibers und der Zoneneinteilung der Produktionsanlage ab. Im Zweifelsfall sollte ein Sicherheitsfachmann hinzugezogen werden, bevor eine Pumpe ausgewählt wird.
Wir bei Steinle Industriepumpen unterstützen Hersteller von Kosmetikprodukten mit praxiserprobten Pumpenlösungen, die den Anforderungen moderner Produktionsprozesse gerecht werden. Unser Leistungsangebot umfasst:
Als Hersteller und Vertriebspartner mit über 30 Jahren Erfahrung in der Pumpenbranche kennen wir die Anforderungen der Kosmetik- und Pharmaindustrie aus der Praxis. Wir helfen Ihnen, den richtigen Pumpentyp für Ihr Medium, Ihre Hygieneklasse und Ihre Produktionsumgebung zu finden, schnell, unkompliziert und ohne unnötigen Aufwand. Sprechen Sie uns an und schildern Sie uns Ihre Anforderung, wir beraten Sie gern.